Das Online-Portal der BIO-Branche in Mecklenburg-Vorpommern

Glyphosat-Disput gut für BIO

Unkrautvernichter oder Pflanzenschutz? Für Mensch und Tier ein Problem
Die weitere Zulassung des Herbizids Glyphosat durch die EU wurde verschoben. Was in erster Linie der konventionellen Landwirtschaft zugute kommt, verbessert auch die Qualität von Bio-Erzeugnissen.
Traktor versprüht Herbizid

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Herbizid – also ein Unkrautvernichter. Das manchmal auch als „Pflanzenschutzmittel“ bezeichnete Produkt des Agarkonzerns Monsanto findet in einer Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln Einsatz. Im Zusammenhand mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens für die erneute Genehmigung der Verwendung von Glyphosat in Europa erschienen verschiedenen Untersuchungen, die die Aufnahme von Glyphosat in den menschlichen Körper belegen, oder in 14 Biersorten nachwiesen.

 

Krebserregend oder lediglich ein "erwartbarer Rückstand "in der Nahrung?


Bislang stand das Mittel im Verdacht, krebserregend zu sein. Als "wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen" wurde es von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) bei der Weltgesundheitsorganitation WHO eingestuft. Im November 2015 hat die European Food Safety Authority (EFSA) hingegen ihr toxokologisches Profil für Glyophosat aktualisiert. Neuere Studien führten zu der Einschätzung, das Herbizit nunmehr als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ einzustufen.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht davon aus, dass vom menschlichen Körper aufgenommenen Glyphosatgehalte „sehr gering“ seien und „erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff ist und folglich Rückstände mit der Nahrung aufgenommen und somit auch ausgeschieden werden können“ (BfR-Präsident Professor Andreas Hensel).

 

Diesen Einschätzungen widersprachen im Journal of Epidemiology & Community Health 94 Wissenschaftlerinnen und Wissentschaftler im kommentierenden Beitrag „Differences in the carcinogenic evaluation of glyphosate between the International Agency for Research on Cancer (IARC) and the European Food Safety Authority (EFSA)“ und schreiben in der Zusammenfassung unter anderem: “EFSA classified the human evidence (dass Glyphosat beim Menschen krebserregend sei) as ‘very limited’ and then dismissed any association of glyphosate with cancer without clear explanation or justification.

In Mecklenburg-Vorpommern begrüßt Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Vertagung der erneuten Zulassung von Glyphosat: Es sollte genau abgewogen werden, welche Konsequenzen eine Entscheidung für oder gegen Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringe. Schnellschüsse seien in dieser Frage nicht angebracht und würden vor allem die Verbraucher weiter verunsichern. Der Minister kündigte zudem an, Glyphosat auch auf den Agrarministerkonferenzen im April und September, bei denen er den Vorsitz hat, zum Thema zu machen, um gemeinsam mit anderen Bundesländern zu abgestimmten Lösungen zu kommen.

 

Bio schützt vor Herbiziden und Pestiziden

 

Dass im Biolandbau keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen dürfen, ist bekannt. Wenn es doch immer wieder zu Belastungen in Bio-Erzeugnissen kommt, muss in der Regel von Kontamination aus benachtbarten, konventionellen Anbau ausgegangen werden. Aus diesem Grund hatte auch die EU entschieden, dass für BIO-Lebensmittel keine speziellen Grenzwerte für Rückstände von Pestiziden geben soll. Denn die Bio-Bauern sind nicht für etwaige Schadstoffrückstände verantwortlich. Ein Grund auch für Bio-Erzeuger, sich gegen eine Weiterzulassung von Glyphosat stark zu machen, beispielsweise hier:

http://www.bund.net/aktiv_werden/aktionen/glyphosat_verbieten/
 

Autor: 
BIO-MV
Politik
Bewertung: 
Total votes: 738