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Gesundes Kinderessen

Milch, Obst und Gemüse sollen unter die Schulkinder in MV gebracht werden. Über BIO-Qualität gibt es keine Vereinbarungen. Dabei ist auch BIO bei der Schulspeisung möglich.
Kinder beim gemeinschaftlichen Essen

Vergangene Woche informierte das Landwirtschaftsministerium MV über das Vorhaben, Schulen in Land mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen, finanziert durch das Schulernährungsprogramm der EU.

Der neue Ansatz des Programms bestehe darin, Schülerinnen und Schüler in teilnehmenden Schulen Milch sowie Obst und Gemüse kostenlos zur Verfügung zu stellen. Um sich zu bewerben, müssen die Schulen darlegen, inwieweit sie das EU-Schulprogramm in ein Gesamtkonzept zur gesunden Ernährung integrieren. Erst dadurch qualifizieren sich die Schulen für eine Teilnahme an dem Projekt (Bewerbungsschluss 31. Januar 2017!) Für 250 ml Milch und ca. 100 g Obst oder Gemüse pro Kind und Woche stehen rund 600.000 Euro aus dem Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft für die Jahrgangsstufen 1 - 4 bereit.

Keiner wird am Sinn zweifeln, junge Menschen an frische, nicht zubereitete Lebensmittel heranzuführen. Erst recht vor dem Hintergrund des aktuellen Ernährungsreports 2017 von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der über die bedenkliche Entwicklung informierte, dass 55 Prozent der Verbraucher sich eine einfache und schnelle Essenszubereitung wünschen - zehn Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Die zunehmende Verbreitung von Ganztagsschulen birgt nicht nur das Risiko, dass Kinder seltener zuhause die Zubereitung von frisch gekochten Mahlzeiten erleben und mit eingebunden werden. Sie sind gleichwohl auch eine Chance auf Teilhabe an einem der vielfältigen Programmen zu gesunder Ernährung. Und die Chance auf eine Mittagsverpflegung in BIO-Qualität. Schulküchen können viele Bioprodukte nahezu kostenneutral in den Speiseplan integrieren.

Eine Beispielkalkulation des Projektes "Bio kann jeder" zeigt: Bereitet man einen Kartoffel-Linsen-Eintopf mit BIo-Linsen zu, entstehen praktisch keine Mehrkosten im Vergleich zur Zubereitung mit konventioneller Ware. Ersetzt man die Kartoffeln durch BIO-Kartoffeln, kostet eine Portion nur wenige Cent mehr. Gegenüber dem Rezept mit rein konventionellen Zutaten verteuert sich die Mahlzeit um vierzig Cent, wenn ausschließlich BIO-Zutaten in den Eintopf kommen (zum Kalkulationsbeispiel).

Die Empfehlung der Initiaive an die Verpfleger geht dahin, zunächst auf Zutaten in Bioqualität umzusteigen, die kaum teuer sind als konventionelle Produkte. Neben Kartoffeln und saisonalem Gemüse trifft dies in der Regel auf Trockenprodukte wie Nudeln, Reis oder Linsen zu. Da die Preise, je nach Saison und Anbieter, oft stark variieren, lohne es sich, die Verkaufspreise verschiedener Lieferanten zu vergleichen.

Weitere Kalkulationsbeispiele präsentieren Anke Brückmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie Melanie Fülles von dem Beratungsunternehmen a´verdis im Rahmen der BioFach-Erlebniswelt Gastronomie (Halle 7 Stand 167, Termin: Mittwoch, 15.02.2017, 12 bis 13 Uhr).

 

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BIO-MV
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