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Sag mal, dürfen die das?

Viele Fragen und keine Antworten.
Meine Schwiegereltern haben sie noch abonniert, die Schweriner Volkszeitung. Und manchmal schaue ich sogar rein, wenn wir dort zu Besuch sind. Dann erfahre ich, ob sich die Kaninchenzüchter mal wieder getroffen haben, dass die ein oder andere Baustelle Staus erzeugt, in denen ich längst gestanden habe und andere hochspannende Dinge. Ganz am Rande auch die sogenannten Geschäftsnotizen. Dort konnte ich kürzlich lesen, dass ein schwarz-gelb gefärbter Discounter ganz selbstlos Süßigkeiten an Kindergärten gespendet hat. In „den Genuss“ wären die und die Kindergärten gekommen. Ich traute meinen Augen nicht. Sagt mal, geht’s noch?
Süßigkeiten

Hat sich da irgendwer mal Gedanken gemacht? Über ein Warum zum Beispiel? Eltern, Erzieher vielleicht oder womöglich sogar die SVZ? Ist dieser Süßkram dort nicht eh schon verboten billig? Gibt es tatsächlich so viele Menschen, die sich über diese scheinheilige Großzügigkeit auch noch freuen? Und rennen sie nun noch öfter in diesen Discounter, wo die Kinder dann quengelnd die gerade neu kennengelernte Zuckerbombe verlangen?

Das ist doch nicht Euer Ernst. Und dass die SVZ das dann auch noch mit einem wenn auch kleinen Artikel belohnt, zeigt doch auf, was hier falsch läuft. Zu viel, zu süß, zu ungesund isst wahrscheinlich der Großteil unserer Gesellschaft. Regelmäßig lesen wir in den Zeitungen, dass deutsche Kinder zu dick und zu unbeweglich sind. Sie essen unter anderem zu viele Süßigkeiten. Muss man diesen Trend durch solche fadenscheinigen Spenden auch noch fördern? Damit dann einmal im Jahr die Krankenkassetante zu Eltern und Kindern in den Kindergarten kommt um zu aufzuklären, wie man sein Essen frisch und gesund zubereitet und das in Fruchtzwergen gaaaaaanz viel Zucker drin ist?

Und nicht zuletzt: dürfen die das überhaupt? Wenn Schleichwerbung verboten ist, sollte es dann Kinderködern nicht auch sein?

Was kommt als nächstes? Die Cola-Lieferung für die Grundschulen, Weinpröbchen für Abiturienten und McDonalds Lunchpakete für die Berufsschulpausen?

Und überhaupt: Hätte man den Gegenwert des Zuckerzeugs nicht an Kinder spenden können, denen es an echten Lebensmittel fehlt? Wahrscheinlich hätte sich das kaum gelohnt, bei den Preisen...

 

 

Autor: 
Stefanie Burr
Kategorie: Ernährung
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