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Mit den eigenen Augen sehen

Manche Dinge muss man mit den eigenen Augen sehen. Da helfen die ausführlichsten Erklärungen nichts und auch nicht die eindringlichsten Mahnungen. Meine Eltern hatten kürzlich so ein Erlebnis
freilaufende Hühner

Sie haben Hühner, die uns tolle Eier und ab und zu auch leckeres Suppenfleisch bringen. Wenn es bei ihnen Industriehuhn gibt, esse ich ungern mit – mich haben diverse Infos über die Massentierhaltung zu sehr schockiert. Neulich wurden meine Eltern von einer Bekannten gefragt, ob sie ihnen nicht ein paar junge „Broiler“ von einer Geflügelfarm mitbringen solle, sie würde sich dort welche zum späteren Schlachten kaufen. Meine Eltern sagten ja. Nach ein paar Monaten auf ihrem Hof würden die Antibiotika schon wieder raus sein aus den kleinen Brathähnchen.

Als die Jungvögel ankamen, waren meine Eltern schockiert. Damit hatten sie dann doch nicht gerechnet. Nicht nur, dass die Körper durch die Mast zu völlig undefinierbaren Kloben deformiert waren. Die Hähnchen konnten sich gar nicht auf ihren Füßen halten. Sie wussten nicht einmal, wozu ihre Füße gut waren. Nicht zuletzt zuckten sie vollkommen verstört und es schien, als ob sie noch nie Tageslicht gesehen hätten... So etwas hatten meine Eltern noch nie gesehen. Als sie mir davon erzählten, waren sie noch immer ganz betroffen. Die Frage, ob sie nun noch guten Gewissens „leckeren Broiler“ kaufen können, ersparte ich mir – die Erfahrung wirkte nachhaltig. Und noch ein Gutes hatte die ganze Aktion: Die fünf Hähnchen kamen wieder zu sich und konnten viele glückliche Monate auf dem Hühnerhof verbringen.

Autor: 
Stefanie Burr
Kategorie: Ernährung
Bewertung: 
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